Ein Nachmittag in der Stadt

Freitag der 13te - gestern ein Tag mit bestem Wetter und Sonnenschein.Da hielten wir uns nach meinem Dienstschluss denn auch nicht mehr lange zu Hause auf, sondern machten uns auf den Weg in die Stadt. Vom Parkhaus aus durchwanderten wir, zunächst ein wenig ziellos, die Innenstadt, und in der Nähe der Markthalle kam Remo auf die gute Idee, uns dort erstmal mit einem Cappuccino zu stärken. Danach fassten wir ein Ziel ins Auge: Die von den Liebesschlössern befreite Brücke am Maschteich.

Auf dem Weg dorthin passierten wir den Landtag (befindet sich ja schräg gegenüber der Markthalle), und mein Mann erzählte mir, dass die Bausubstanz des Plenarsaals (Beton) nun doch nicht mehr das Gelbe vom Ei sei und man beschlossen hätte, das Gebäude nun nicht mehr zu sanieren, sondern abzureißen. Sollte ja eigentlich nicht, weil der Denkmalschutz dagegen war, aber nun ist wieder alles anders. Gewisse Teile sollen in den Neubau dann integriert werden...naja, man wird sehen; so sieht es jedenfalls momentan aus:

Was Remo so treibt, während ich mit meiner Kamera hantiere, sieht man hier:

Der Zaun steht aber noch. ;)

Dann gings also weiter in Richtung Maschteich, und als wir am Kästner-Museum vorbeikamen, kam mir spontan die Idee, da doch mal reinzugucken. Freitags ist der Eintritt in die Museen frei, die Gelegenheit wurde also am Schopfe gepackt. Eine Eintrittskarte wird trotzdem ausgestellt, dann kanns losgehen - Kultur auf 2 Etagen. Tolle Stücke aus dem Mittelalter - ein Besucher erklärte uns, dass das Kästner-Museum eine sehr eindrucksvolle mittelalterliche Sammlung besäße, und diegüldene Reliquienmaske im Nebenraum ein ganz besonderes Stück wäre; so etwas gäbe es nur 2x auf der Welt.

Auf dem Schildchen stand etwas von "Zahnreliquie", was aber auch bedeuten konnte, dass Schädelteile darin aufbewahrt wurden - ich hab extra nochmal den Besucher gefragt, der sich sehr gut auszukennen schien.

Köpfe gibt es dort ohnehin ganz schön viele; ägyptische, griechische  und wer weiß, woher sie noch alle stammen - Echnaton und Hermes sind dort auch in Stein gemeißelt vorhanden.


Viel zu sehen also dort, von vielen Kulturen. Beeindruckt hat mich ein Teller, der in ganz besonderen Farben bemalt ist...das Teil ist über 500 Jahre alt und leuchtet, als wär es grad erst gemalt worden!

Viele Dinge haben mir dort gefallen, auch diese toll bearbeitete Nautilusmuschel...


aber wir wollten ja noch die Brücke begutachten, bevor sie zur Restaurierung entfernt wird. Die Zeit vergeht ja immer viel zu schnell, wenn man interessante Dinge betrachtet und darüber ins Grübeln kommt, wie das Leben früher so war. Und mit der Zeit vergeht halt auch das Tageslicht. Jedenfalls kann ich einen Besuch im Kästner-Museum nur empfehlen!

Also weiter, vorbei am Rathaus, dem neuen, das sich toll im Maschteich spiegelte, bis die Enten das Bild zerstörten...

...zur Brücke. Von weitem sah sie ja noch einigermaßen intakt aus...


...aber betrachtet man die Sache näher, sieht man, dass sehr große Schäden entstanden sind.


Sehr, sehr bitter. Und teuer sicher noch dazu. Ich bin froh, dass die Stadt dieser (Un)Sitte an der Stelle  ein Ende gesetzt hat. Sie ist ein unwiederbringliches Stück - war mir immer schleierhaft, wieso das solange geduldet wurde.

Danach gings wieder durch die City, auf ein Bier ins Brauhaus Ernst-August, wo das edle Gebräu Wochentags zwischen 16 und 18 Uhr zum halben Preis zu haben ist und wo gestern alles auf die Faschingsparty am Abend getrimmt war.

Ein interessanter Nachmittag, der mit einem kleinen Einkauf und der Heimfahrt endete. Und mal wieder zeigte: Hannover ist immer einen Ausflug wert - selbst wir als Hannoveraner haben hier noch nicht alles gesehen, was die Stadt zu bieten hat!


Kommentare

  1. Sehr schöner Bericht. Würde ich nicht schon in Hannover leben, würde ich Hannover jetzt besuchen wollen ;-)

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